18 Kenia

Reisebericht 39 /Malaba (Grenze Kenia) - / 12. 12. 2018 - 12. 01. 2019

Kilometerstand von der Schweiz über China, Indien und Afrika: 119'400 km (Total 248'000 km incl. Panamericana)

Reiseroute: Malaba, Eldoret, Iten, Kabernet, Lake Baringo, Nakuru, Narok, Massai Mara, Nairobi, Mombasa, Malindi, Mombasa,
Nairobi, Nyeri, Marsabit, Moyale

Grausame Mutprobe in den Bergen Ugandas

Noch bevor wir die Grenze zu Kenia erreichen, fahren wir in der Nähe des Mount Elgon durch ein kleines, ugandisches Dorf. Der Regen der letzten Nacht hat das ganze Gebiet in ein Schlammfeld verwandelt. Nicht weit der Strasse sehen wir eine Zusammenrottung von Männern, Frauen und Kindern, die mit ihren Füssen dick im Morast stehen. Der Dorfälteste schwingt eine Art Dreizack und singt dabei irgendwelche Beschwörungs-
Rituale.
Dies weckt unser Interesse. Wir parken unsern Suri am Pistenrand und begeben uns zur Zeremonie.
"Kommt näher", werden wir vom Dorfältesten aufgefordert, "hier findet gerade eine traditionelle Beschneidung statt". Zwei Knaben im Alter von ungefähr 14 Jahren sitzen mitten im Schlamm auf einem Stuhl, nur mit einem Art Vorhang bekleidet. Ihre Gesichter sind mit weisser Farbe bemalt.
Vor ihnen steht der "Beschneider" mit einem rostigen Messer in der Hand. Wie uns ein Mitglied des Dorfrates erzählt, ist diese traditionelle Beschneidung so alt wie seine Ur-Ahnen. Es markiert den Übergang vom Jungen zum Mann und gilt als wichtigstes Ritual der hiesigen Bevölkerungs-Gruppe. Werden sie unter dem Messer des Beschneiders zucken? Werden sie das Gesicht verziehen? Werden sie stöhnen oder gar jammern? Wenn sie das tun, bringen sie grosse Schande über sich und ihre Familien. Meistens müssen die Jungs zuvor eine Woche in Einsamkeit mit strengen Regeln verbringen, bevor das Ritual mit dem Beschneider beginnen kann. Er trennt die Vorhaut ab und behandelt die Wunde anschliessend mit Kräutern.
Auf Geheiss des Dorfältesten lüften die beiden Jungs, die wie in Trance auf ihren Stühlen sitzen ihre Decke und ein in roter Salbe eingesalbter Penis kommt zum Vorschein.
Eigentlich ist es eine sinnlose Mutprobe, deren Einsatz die eigene Gesundheit aufs Spiel setzt. Die Beschneider sind oft völlig ahnungslos, hantieren mit verunreinigten Messern, wie wir selbst sehen können und das ganze findet mitten im Morast statt. Immer wieder sterben dabei Männer an Infektionen oder Schocks.

Kenia, die wirtschaftliche Lokomotive Ostafrikas

Lange Lastwagenkolonnen markieren schon von weitem die Grenze nach Kenia, doch problemlos fahren wir an ihnen vorbei direkt zum Zoll von Malaba. Hier erledigen wir zügig, ohne Stress und Trubel, unsere Einreiseformalitäten ( siehe Länderinfos). Wechseln die noch verbleibenden ugandischen Schilling in kenianische und fahren nach einer guten Stunde aus dem Zollareal.
Denkt man, nun wird es besser mit dem Verkehr, so irrt man sich gewaltig. Sage und schreibe 8 Kilometer beträgt der LKW Stau hinter der Grenze und alle wollen mit verschiedensten Gütern nach Uganda einreisen. Kenia ist ohne Zweifel die wirtschaftliche Lokomotive Ostafrikas.

In Eldoret angekommen, besorgen wir erstmals neue SIM Karten und ergänzen unsere Vorräte mit gutem Käse und frischem Fleisch. Die Naiberi Lake Campsite ist schön gelegen auf kühlen 2200 Metern. Hier treffen wir auf die beiden Schweizer Maya und Erich, die mit ihrem LKW aus Südafrika nach Kenia hinaufgefahren sind. Zusammen werden wir von Ratsch, dem Campingbesitzer und ebenfalls Besitzer der grössten Mall in Eldoret, zu einer indischen Hochzeitsfeier eingeladen.

Es handelt sich um eine sehr vermögende Familie und dies wird mit einer grossen Anzahl an Gästen, etwa 700 an der Zahl, auch gerne zur Schau gestellt. Den ganzen Tag wird gegessen, getrunken und zu indischer Musik getanzt. Die Frauen tragen edle Saris und stellen stolz ihren Goldschmuck zur Schau. Die eigentliche Zeremonie mit einem indischen Guru gestaltet sich aber als sehr langatmig. Alle traditionellen Regeln müssen dabei genauestens eingehalten werden.
Das vegetarische Abendessen im obersten Stock seines eigenen Shopping-Centers ist dann ein kulinarischer Genuss sozusagen als Vergeltung für unser überstrapaziertes Sitzfleisch.
Die Hochzeit würde noch zwei weitere Tage dauern und wir wären dazu noch eingeladen, doch wir sagen dankend ab, haben wir doch genug gesehen und unsere Bäuche sind immer noch randvoll.

Drei Tage später fahren wir weiter durch das kenianische Hochland, vorbei an Iten, wo kenianische und europäische Marathonläufer auf über 2400 Meter ideale Bedingungen für ihre Höhentrainings vorfinden. Von hier haben wir eine grandiose Aussicht auf das unter uns liegende Kerio Valley, den Grand Canyon Kenias. Auf einer kurvenreichen Strecke fahren wir hinunter ins Rift-Valley, nur um kurz darauf die Westwand der anderen Bruchstufe erneut zu bezwingen. Vom trocken-heissen Talboden erneut zum frisch, saftigen Grün von Kabernet, der Geburtsstadt des früheren Präsidenten Daniel Moi.
Bei der erneuten Abbruchkante machen wir bei noch angenehmen Temperaturen einen Café Halt und geniessen den Blick hinunter ins Tal, wo wir weit vorne den Lake Baringo erblicken.
Mit jedem Höhenmeter den wir verlieren, nimmt die Hitze zu. Oben auf dem Höhenzug waren es noch angenehme 22 Grad, doch
auf dem Talboden schlägt uns die schwüle Hitze mit 35 Grad ins Gesicht.
Südlich befindet sich der Lake Bogoria mit seinen tausenden von Flamingos und nördlich davon, in einer Verästlung des Great Rift Valley's, des grossen Afrikanischen Grabenbruchs, unser Ziel, der Lake Baringo. Der grosse Graben zieht sich von Mosambik im Süden bis nach Äthiopien und endet im Golf von Aden am Roten Meer. Gewaltige vulkanische Kräfte müssen hier an einem gigantischen Werk beteiligt gewesen sein.

Unser Übernachtungsplatz, das idyllisch gelegene Robert's Camp, liegt direkt am Lake Baringo. Wir bekommen hier eine unglaubliche Vielfalt an Vogelarten vor die Linse. Das Camp befindet sich mittlerweile zu grossen Teilen unter der Wasseroberfläche. Durch die tektonischen Verschiebungen ist eine reizvolle Landschaft in Form von überfluteten Wäldern entstanden. Abgestorbene Baumstrümpfe ragen gespenstisch aus dem Wasser und die vielen hier vorkommenden Flusspferde haben neue Weideflächen gefunden.

Bei einer Bootsfahrt am frühen Morgen erblicken wir eine Unmenge an Krokodilen, Eisvögel suchen gespannt die Wasseroberfläche nach Nahrung ab, Goliath Reiher sitzen majestätisch auf überfluteten Bäumen, fischende Schreiseeadler fliegen über unsere Köpfe, es scheint, das ganze Spektrum der afrikanischen Vogelwelt hätte sich hier versammelt.

Die Reise der Rosen

Über Nakuru fahren wir zum 140 Quadratkilometer grossen Naivasha See. Einst ein Naturparadies mit einer reichen Flora und Fauna. Um dem mörderischen Verkehr Richtung Nairobi etwas zu umgehen, nehmen wir die Ringstrasse um den See. Auf der Erdpiste sehen wir noch vereinzelt ein paar Antilophen, Büffel, Warzenschweine und Zebras, doch schon bald stechen uns die weissen Plastik Planen der kenianischen Blumenzüchter in die Augen. Hier haben sich mehr als die Hälfte der Blumenfarmer niedergelassen. Auf der Suche nach Arbeit, von der Blumenindustrie leben mehr als 500'000 Kenianer, haben sie sich in ärmlichen Behausungen am Strassenrand niedergelassen.
Was Kenia außer seinem milden Wetter und seinen fruchtbaren vulkanischen Böden zum perfekten Blumenlieferanten macht, ist sein Flughafen in Nairobi und die täglichen KLM-Linienflüge nach Amsterdam. Zweidrittel der kenianischen Ernte landen zunächst in den Niederlanden. Von dort wird die wohlriechende Fracht zum Auktionsmarkt nach Aalsmeer gebracht, dem mit einer halben Million Quadratmetern Fläche zweitgrößten Gebäude der Welt. In einer Durchschnittswoche schlagen die Aalsmeerer Blumenhändler 50 Millionen Schnittpflanzen um, am Valentinstag sind es 100 Millionen.
Dies bleibt natürlich nicht ohne negative Auswirkungen auf den Naivasha-See und seine über 400 Arten umfassende Vogelwelt, der inzwischen bis zur Grenze seiner Belastbarkeit mit pestizidverseuchten Abwassern strapaziert wurde.

Es ist ein Zielkonflikt wie aus dem Lehrbuch. Rosen sind mit Abstand Kenias wichtigstes Exportgut und der Lake Naivasha ist der beste Ort, um die duftenden Liebesboten anzubauen. Die sensiblen Blumen brauchen ein tropisches Klima mit viel Sonne. Gleichzeitig dürfe es weder tagsüber noch nachts zu warm sein. „Da bleiben am Ende nur wenige Länder übrig“, sagt uns Miss Amani, die Managerin der Eagles Lodge, "Zumal die Höhenluft, wir befinden uns hier auf 1800 Meter, besonders hilft, große Blüten heranzuziehen."

Doch langsam bewegt sich was am Rosenhimmel. Das liegt auch am Druck der europäische Verbraucher. In der Schweiz hat ungefähr jede vierte Rose, die über Ladentheken oder Supermarkt-Kassen geht, ein Fairtrade-Siegel und trägt damit direkt zu besseren Lebensbedingungen der Blumenarbeiter, sowie zu einer besseren Wasserqualität des Naivasha Sees bei. Doch bis dahin ist noch ein weiter Weg.

Wir stellen uns beim Fishermans Camp ans Ufer des Naivasha Sees und beobachten die zahlreichen Vögel. Ein Elektrozaun schützt uns von den Flusspferden, die wir doch tatsächlich am Abend aus nächster Nähe zu sehen bekommen.

"Out of Africa", die Masai Mara

Die Masai Mara ist Kenias berühmtes Naturschutzgebiet, das vor mehr als 30 Jahren als Kulisse für die Schlussszene im Film «Out of Africa» diente. Zwei Löwen blickten darin von den Olololo-Bergen auf die Savanne. Nach nur zehn Minuten Fahrt über die rote Sandpiste präsentiert sich der König der Tiere doch tatsächlich live. Mit seiner majestätisch aussehenden Mähne stolziert er nicht weit von uns entfernt durch das trockene Gras. 3 weitere Mädels folgen ihm. Sie sind auf der Jagd.
Leider sind wir spät dran, denn in einer Stunden müssen wir im Camping sein und der Weg ist noch lang. So können wir nicht Zeuge sein, ob ihre Jagd erfolgreich ist oder nicht.

Die Masai Mara ist ein Hotspot der Artenvielfalt. Die Big Five – Löwe, Nashorn, Elefant, Büffel und Leopard – streifen durch das zur Serengeti gehörende Gebiet. Aber auch unzählige Zebras, Giraffen und vor allem Antilopen. Und am Fluss liegen auch noch die Krokodile träge im Sand, und die Hippos grunzen und prusten.

Am nächsten Morgen stehen wir zeitig auf, um die atemberaubende Schönheit der Natur bei Sonnenaufgang zu bestaunen.
Wenn an einem der wohl schönsten Fleckchen Afrikas die Sonne aufgeht, fällt der Blick auf viele Geländewagen. Sie sind in der grünen Savanne mit ihren Schirmakazien und Herden von Zebras, Impalas, Büffeln und Giraffen nicht zu übersehen. Im günstigsten Fall sind die Wagen ein paar Kilometer entfernt. Schlimmstenfalls geht es am zugeparkten Mara-Fluss wie am roten Teppich bei der Oscar-Verleihung zu.
Doch glücklicherweise sind wir nicht in der Hochsaison vom Juli bis Oktober unterwegs, wenn die grösste Tiermigration der Erde stattfindet. Natürlich wäre die Szenerie sehenswert, wenn sich Tausende von Gnus fotogen ins Wasser stürzen, um trotz der lauernden Krokodile das andere Ufer zu erreichen.

In dieser Zeit folgen über 2 Millionen Antilopen dem jährlichen Rhythmus des Regens und ziehen im Uhrzeigersinn durch die Serengeti in Tansania und die Masai Mara im angrenzenden Kenia, auf der Suche nach immer frischem Gras.

Wer sich zum ersten Mal im Massai-Mara-Reservat umschaut, ist überwältigt. Selbst ohne die große Wanderung der Gnus aus der angrenzenden tansanischen Serengeti steht der Besucher vor einer parkartigen Bilderbuchlandschaft voller wilder Tiere.
Auf unserer Streiffahrt durch den Busch erspähen wir immer wieder etliche Löwen, meist dösend unter einer weitausladenden Akazie und haufenweise Büffel. Plötzlich entdecken wir eine Bewegung hinter einem kleinen Strauch. Was kann das sein? Tatsächlich ist es ein Serval, der kleinere Verwandte des Leoparden. Ein äusserst seltenes Tier. Die Grundfarbe des Fells ist Ockergelb mit vielen schwarzen Flecken und ist mit unserem Luchs zu vergleichen.

Mit einbrechender Dunkelheit kehren wir ins Camp zurück. Es ist der 24. Dezember, Heiligabend. Zeit zu Entspannen, zur Ruhe zu kommen und Zeit diesen speziellen Abend zu geniessen.
Unser Übernachtungsplatz ist weder eingezäunt noch speziell bewacht. Wir stehen am Rande der Mara und die afrikanische Dunkelheit bringt uns ins Bewusstsein, was tagsüber in all der Faszination des Geschehens untergeht. Es ist die Stille der Savanne. Kein menschengemachter Lärmpegel. Weder Autos, Flugzeuge oder Radios. Nur die Tiere sind zu hören. Frösche vom nahen Wasserloch, die ihr Konzert anstimmen und von weitem das Gebrüll von Löwen.
Also der perfekte Hintergrund für das delikate Weihnachtsessen, das Ruth auf den Teller zaubert.

Am nächsten Tag treffen wir erneut die Schweizer Maya und Erich, die mit ihrem Mercedes LKW quer durch Afrika pendeln. Zusammen verbringen wir zwei Nächte auf der herrlichen Mara West Lodge, die ausserhalb des Parks auf einem Hügel thront. Von hier haben wir eine prächtige Aussicht auf das unter uns liegende Buschland. Zebras und Giraffen grasen um das Camp und mit dem Feldstecher können wir ein Löwenrudel beobachten, wie es sich für den abendlichen Beutezug bereitmacht.

Beach Live

Über eine hundsmiserable Schotterpiste rumpeln wir zurück auf die Hauptstrasse und von da nach Nairobi. Der Verkehr in und um die Landes-Hauptstadt ist katastrophal und schlimmer, als man sich in den kühnsten Träumen ausmalen könnte. Hunderte, nein Tausende von schwer beladenen Lastwagen quälen sich die Asphaltpiste hoch auf 2500 Meter. Unübersichtliche Überholmanöver mit fatalen Folgen sind an der Tagesordnung. Mehrmals entgehen wir nur knapp einem Zusammenstoos.
Als wir bei Chris in der Jungle Junction heil ankommen sind wir nudelfertig. Dies ist der Ort aller Afrika Durchquerer. Sei es mit Rucksack, mit geführten Touren oder als Selbstfahrer wie wir.
Am meisten interessiert uns natürlich wie sich die Situation in Äthiopien zeigt. James, ein Schotte ist vor wenigen Tagen mit seinem Motorrad aus eben diesem Land gekommen. "Wisst ihr", meint er, "vielleicht hat sich die Lage ja beruhigt, doch ich bin vor 3 Tagen über die Grenze von Moyale nach Kenia eingereist. Da haben Häuser gebrannt, ich habe Schüsse gehört und Leichen lagen am Strassenrand. Der Zollübergang war völlig verwaist. Die Barriere stand weit offen und ein einsamer Uniformierter sagte zu mir - halte nicht an, fahr so schnell als möglich weiter."
Das sind nicht gerade die Storys die man hören möchte, wenn man ebenfalls in dieses Land einreisen will.
So beschliessen wir, für ein paar Tage ans Meer zu fahren.

Zuvor schauen wir uns noch das Karen Blixen Museum an. Das alte Farmhaus der dänischen Baronin sieht noch genau so aus wie im Film "Out of Africa". Sie lebte hier von 1914 bis 1931 und versuchte sich etwas glücklos mit dem Kaffee Anbau. Wir schlendern durch das Haus, betrachten die alten Bilder und schwelgen in der kolonialen Atmosphäre des 20.Jh.

Eigentlich ist der Strassenzustand gar nicht so schlecht, doch die Speedpumps vor und nach den Dörfern nehmen immer mehr gigantische Ausmasse an und verhindern ein normales Vorwärtskommen. Die Polizei als kontrollierendes Organ scheint bei den wilden Überholmanövern mehr oder weniger inexistent zu sein und beschränkt sich auf willkürliche Kontrollen der einheimischen Lastwagen und die zu hunderten herumflitzenden Kleinbusse, der sogenannten Matatus. Diese werden regelmässig angehalten um die Privatkasse der Beamten angemessen aufzubessern.

Vor 30 Jahren waren wir ebenfalls in der Nähe von Mombase, an der Shanzu Beach des African Safari Club.
Dieser ist in der Zwischenzeit eingegangen und die übrig gebliebenen Hotels haben teilweise den Charm von Dschungel Ausgrabungsstätten angenommen.
Es ist schwierig, die Situation hier an der Küste zu beschreiben, zu krass sind die Gegensätze, zu krass der Unterschied zwischen den einzelnen noch intakten Ferienanlagen und dem normalen afrikanischen Leben entlang der Strasse.
Doch eines ist geblieben, die weissen Gestalten beidseitigen Geschlechts, meist älteren Semesters, in Begleitung jüngerer schwarzer Schönheiten. Was für viele hier das Normalste der Welt zu sein scheint, wirkt auf uns eher befremdet oder gar lächerlich.

Nördlich von Mombasa finden wir bei Hedi und Uli ein schönes Plätzchen für die nächsten Tage. Wir geniessen den supertollen Pool und die aufrichtige Gastfreundschaft der Besitzer. Leider steht in diesem Teil Kenia's an jeder Ecke eine Moschee mit den dazugehörenden Lautsprechern und lässt einem nie vergessen welche der Welt-Religionen definitiv auf dem Vormarsch ist. Der Muezzin vom Nachbargrundstück zieht jeden Morgen pünktlich um 5 Uhr alle Register, um uns auch wirklich aus dem Schlaf zu holen.
Ein wirklich idyllisches Plätzchen finden wir dann nördlich von Malindi auf dem "Barefoot Camp" von Edi. Wir stellen unseren Suri diekt an den weitläufigen Strand vor den Bungalows. Eigentlich ist es ein Kitesurfing Mekka aber auch sehr geeignet für uns Ruhesuchende. Wir machen stundenlange Spaziergänge und tratschen bis spät in die Nacht mit den hier ferienmachenden Schweizern und Tirolern.

Nach einer Woche Beach Urlaub fahren wir die Horror Strecke zurück nach Nairobi und landen fast im Knast.
Was ist geschehen.
Erledigt durch die vielen katastrophalen Überholmanöver sind unsere Nerven immer mehr aufs äusserste gespannt. Als uns erneut ein weisser BMW in einer unübersichtlichen Kurve überholt und die wenigen cm zum Vordermann ausnutzt um gnadenlos seine Karosse vor uns hineinzupressen platzt uns der Kragen. Wild gestikulierend lassen wir die Windschutzscheibe hinunter und nicht ganz jugendfreie Schimpfwörter wechseln die Seiten. Ein paar Kilometer weiter werden wir von der Polizei gestoppt und wir erblicken den BMW Fahrer, wie er auf einen Uniformierten einredet. Er bezichtigt uns der üblen Nachrede, wir seien Rassisten und sonst noch alles mögliche.
Der Polizei Offizier mit der umgehängten AK-47 schreit richtiggehend auf uns ein. "Ich bringe euch vor Gericht. Ihr wandert für unbestimmte Zeit in den Knast."
Es ist eine äusserst angespannte Atmosphäre. Der wilde, selbstmörderische Fahrstil des BMW Fahrers wird nicht weiter diskutiert. Es ist augenscheinlich, die wollen Geld von uns oder schlimmer, uns ins Gefängnis bringen. Es ist schwierig, die Situation in dieser aufgewühlten Lage richtig einzuschätzen. So versuche ich zu beruhigen, bleibe sachlich, auch als sie uns die Führerausweise und Pässe abnehmen. Nach langer Zeit beruhigen sich die Gemüter. Nach einer Anfangs hohen Bussen Forderung einigen wir uns nach einer Stunde auf einen kleinen Betrag und wir können endlich weiterfahren. Ufff, nochmals Glück gehabt.

Zurück in Nairobi brauchen wir ein paar Tage um die nötigen Ausreise Formulare für Kenia zu erhalten, den Auto Service durchzuführen und die Vorräte aufzustocken.
Danach geht es weiter nordwärts. Es wird langsam kühler. Wir fahren auf guter Strasse an üppigen Feldern voller Gemüse und Früchten vorbei. Viele Farmen haben sich an den fruchtbaren Hängen des Mount Kenia niedergelassen. Wir übernachten auf über 2200 Meter und geniessen nach den heissen Tagen am Meer von über 35° die kühlen Berg- Temperaturen von tagsüber 23°.

Kenia vermag Erwartungen ebenso zu erfüllen, wie es Wünsche und Sehnsüchte weckt. Tatsache ist, die Menschen in Kenia sind arm und oft sind sie hilflos in ihren Lebensumständen gefange, aber es geht ihnen im Gegensatz zu ihren Nachbarländern deutlich besser. Die meisten können sich das Angebot in den Supermärkten kaum oder gar nicht leisten und trotzdem sind sie voller Lebensfreude. Wir hoffen für das Land, dass sie endlich die ausufernde Korruption, sowie die Sicherheitslage in den Griff bekommen, somit mehr Touristen anlocken können, die wiederum die Löcher in den Staats-Kassen stopfen können.

Doch für uns ist es erstmals vorbei und wir sind gespannt was uns Äthiopien zu bieten hat.

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